DOCA PRIORAT

Das Priorat ist eines der ältesten Weinanbaugebiete Spaniens und liegt in den Bergen der Serra de Montsant, etwa 20-30 km landeinwärts von Tarragona. Schon im Mittelalter war das Priorat aufgrund der Mönchorden, die sich dort im 1163 auf Geheiß des katalanischen Königs Alonso II niedergelassen haben, ein bedeutendes Weinanbaugebiet. Der Name "Priorat" stammt aus diesem ersten karthagischen Kloster auf der Iberischen Halbinsel, das noch seinen ursprünglichen Namen "La Cartoixa de Santa Maria d’Escala Dei " trägt: Das Kloster hatte einen Oberhaupt, der als "Prior" über sein Territorium – das Priorat genannt - herrschte.

Schwierigkeiten, die steilen, steinigen Weinberge zu bewirtschaften, haben dazu geführt, dass der Weinbau im Laufe des 20. Jh. weitestgehend aufgegeben wurde und fast in Vergessenheit geriet. In 1990 gab es nur 15 registrierte Weinbaubetriebe im Priorat.

Das Priorat wird wiederentdeckt

Die Wende im Priorat wurde von dem altehrwürdigen Weingut im ehemaligen Kartäuser-Kloster eingeleitet, das Mitte der 80er Jahre begonnen hat, Weine mit von Frankreich eingeführten, modernen Methoden herzustellen. In den 90er Jahren wurde das Potential von visionären Winzern wiederentdeckt, die die besten der aufgegebenen Weinberge aufgekauft haben. Sie haben die natürlichen Vorteile des Priorats eingesetzt, um starke, konzentrierte Weine zu produzieren. Sehr rasch haben sie internationale Aufmerksamkeit und die Anerkennung der Priorat-Weine begründet, was zur Erhebung des Priorats in 2001 - als nur eine von zwei Weingebiete in Spanien - zur höchsten Qualitätsstufe: Denominación de Origen Calificada (DOCa) geführt hat.

Priorat Winzer gehen durch eine harte Schule

Die ca. 1.900 ha Reben liegen auf Höhen von 150 – 1000m ü. NN. Die Schlüssel zur Qualität im Priorat sind genau die Schwierigkeiten, die einst dazu geführt hatten, dass die Weinberge aufgegeben wurden. Die steilen, terrassierten Weinberge können nicht mit großen Maschinen bewirtschaftet werden. So muss der Boden mit der Hand oder gar mit Pferden bearbeitet werden, mit dem Ergebnis, dass eine weitestgehend naturnahe Weinwirtschaft praktiziert wird. Das mediterrane Klima ist sonnig und sehr trocken, aber nachts kühlen sich die Weinberge in der Höhe stark ab. Die kargen Llicorella-Schieferböden speichern zwar die Wärme für die Nacht gut, nicht aber den geringen Niederschlag, der im Jahr fällt. Die Rebstöcke müssen ihre Wurzeln ganz tief in die Erde treiben, um die notwendige Feuchtigkeit zu finden. Zum Glück war der Bestand an alten Rebstöcken groß, die bereits tiefe Wurzel geschlagen haben.

Priorat unter den Besten in Spanien

Nur Winzer mit Liebe zu ihrer Landschaft und Leidenschaft für ihre Weine nehmen so einen Aufwand auf sich. Die Erträge im Priorat sind sehr niedrig – ca. 5 bis 6 hl/ha. Daraus werden konzentrierte und alkoholstarke Weine gekeltert, die zu den besten in Spanien zählen.

Rebsorten der DOCA Priorat

Rotweine und Roséweine: Cariñena, Garnatxa Negra, Garnatxa Peluda, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah

Weißweine: Chenin blanc, Macabeu, Garnatxa Blanca, Viognier und Pedro Ximéne

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