Pago de Otazu

Pago de Otazu ist ein historisches Einzellagenweingut in Navarra, zwölf Kilometer westlich von Pamplona, gelegen in der geschützten Cuenca‑de‑Pamplona‑Senke. Die Weinberge liegen am Fuß der Sierra del Perdón und der Sierra de Echauri, teilweise begrenzt vom Fluss Arga, der die Landschaft prägt und zum besonderen Mikroklima des Guts beiträgt. Das Gebiet profitiert vom kühlen atlantischen Einfluss mit feuchten Wintern, sonnigen Sommern und ausgeprägten Tag‑Nacht‑Temperaturschwankungen, die Säure und aromatische Präzision der Trauben erhalten.

Der Weinbau auf Otazu reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, und mehrere mittelalterliche Gebäude sind bis heute in das Anwesen integriert. Die moderne Kellerei hat diese historischen Strukturen restauriert und um ein zeitgenössisches Gebäude erweitert, das sowohl die Weinbereitung als auch eine umfangreiche private Kunstsammlung beherbergt. Im Jahr 2008 erhielt das Weingut die prestigeträchtige spanische Klassifikation *Vino de Pago*, die die Einzigartigkeit seines Terroirs und die vollständige Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess anerkennt. Pago de Otazu befindet sich im Privatbesitz von Bodega Otazu.

Das Weingut befindet sich im Besitz von Guillermo Penso, dessen persönliche Philosophie den Charakter von Pago de Otazu maßgeblich prägt. Für ihn ist die Welt des Weins „eine Lebensweise – eine Art, die Natur zu fühlen und zu pflegen, und die Freude, all dies in einem Glas ausdrücken zu können.“ Sein Verständnis von Wein als kulturelle Ausdrucksform verbindet Handwerk, Natur und Kunst zu einer gemeinsamen Sprache. „Einen Wein zu erschaffen, ist eine Form künstlerischen Ausdrucks und spiegelt – wie die Kunst selbst – seine Zeit wider, mit einem Blick in die Zukunft. Daher sind wir untrennbar von kommenden Generationen der Kontinuität verpflichtet.“ Diese Haltung prägt sowohl die langfristige Ausrichtung des Guts als auch den respektvollen Umgang mit Landschaft, Tradition und Innovation.

Das Gut bewirtschaftet 115 Hektar Weinberge, bepflanzt mit Tempranillo, Merlot, Cabernet Sauvignon und Chardonnay. Alle für die Pago‑Weine verwendeten Trauben stammen ausschließlich aus diesen Parzellen, die einzeln gepflegt und separat gelesen werden. Die Böden bestehen überwiegend aus alluvialem Ton mit Steinen und Kies, die vom Arga abgelagert wurden und eine gute Drainage sowie moderates Wachstum ermöglichen. Die Reben sind spaliererzogen, entsprechend den angebauten Sorten und den modernen Praktiken der Region. Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle und wird durch regionale und europäische Umweltinitiativen unterstützt, auch wenn das Weingut nicht biologisch zertifiziert ist.

Die Lese erfolgt parzellenweise, wobei für die Spitzenweine eine manuelle Selektion eingesetzt wird. Im Keller werden die Trauben sortiert und in temperaturkontrollierten Tanks vergoren. Die Gärung wird so geführt, dass Fruchtklarheit und Struktur erhalten bleiben, und die Weine reifen überwiegend in französischen Eichenfässern. Chardonnay wird in der Regel im Fass vergoren und ausgebaut. Nur die besten Partien werden für die Pago‑Weine ausgewählt, was den Fokus des Weinguts auf Präzision und den Ausdruck vom Terroir widerspiegelt.

Pago de Otazu verbindet jahrhundertealte Weinbaugeschichte mit moderner Präzision und einem ausgeprägten Sinn für Kultur. Die Kombination aus geschützter Lage, eigenständigem Mikroklima und konsequent parzellenorientierter Arbeit verleiht den Weinen eine klare Identität und Tiefe. Die Auszeichnung als Vino de Pago unterstreicht den besonderen Stellenwert des Guts innerhalb Spaniens und bestätigt seinen Anspruch, Terroir und Handwerk auf höchstem Niveau zu vereinen. Damit zählt Pago de Otazu zu den charakterstärksten und kulturell vielseitigsten Weingütern Nordspaniens.

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